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Die mongolische
Wüstenrennmaus (Meriones unguiculatus) wird am häufigsten
von den in Afrika und Asien lebenden über 100 Rennmausarten
von unzähligen Liebhabern in Deutschland gehalten. Die
Bezeichnung Gerbil ist arabischen Ursprungs und
heute die zoologische Bezeichnung für viele Rennmausarten.
Trotz ihres Namens ist die Rennmaus mit dem Hamster näher
verwandt als mit unseren Hausmäusen.
In ihrer chinesisch-mongolischen Heimat leben unsere Rennmäuse
nicht etwa, wie der Name sagt, in der Wüste, sondern
in den Halbwüsten und Steppen am Rande der Wüste
Gobi. Das Klima ist dort sehr trocken, mit heißen Sommern
und kalten Wintern. Regen fällt äußerst selten
und nur während des Frühjahrsmonsuns. In ihrem unterirdischen,
weitverzweigten Gangsystem mit einer Ausbreitung von bis zu
4 Metern, wärmeisolierend ausgepolstert mit trockenen
Gräsern, können sie selbst kälteste Temperaturen
auch ohne Winterschlaf überstehen. Die wärmende
Mittagssonne reicht ihnen auch bei kaltem Wetter zu Ausflügen
an die Oberfläche und zur Nahrungsaufnahme.
Solange es die Jahreszeit zulässt, fressen die Rennmäuse
grüne Blätter von Gräsern und Pflanzen, Wurzeln
und auch am Boden lebende Insekten. Für den Winter werden
fleißig Vorräte aus Samen und getrockneten Gräsern
angelegt. Da kaum einmal Wasser zum Trinken zur Verfügung
steht, wird Feuchtigkeit aus den grünen Blättern
und natürlich auch durch Tautropfen aufgenommen.
Wie geschildert leben Rennmäuse nie alleine, sondern
immer im Familienverband. Deshalb sollten zur artgerechten
Haltung immer wenigsten zwei aneinander gewöhnte Tiere
gekauft werden. Einzeltiere werden scheu, ängstlich und
sogar verhaltensgestört. Selbst wenn Sie sich recht häufig
mit dem Einzeltier beschäftigen, was Sie übrigens
auch mit einem Paar tun sollten, können Sie doch nie
den Artgenossen ersetzen. Wenn Sie täglich mehrmals ein
paar Minuten für Ihre Rennmäuse aufbringen, werden
diese äußerst zutraulich und werden Ihnen viele
Jahre Freude bereiten.
Geschwister aus einem Wurf vertragen sich bestens, wobei die
männlichen Tiere friedlicher sind als die weiblichen.
Gleichgeschlechtliche Tiere hält man besser nur zu zweit,
da das dritte Tier oft ausgegrenzt wird. In wirklich großen
Heimen lassen sich aber leicht Gruppen mit bis zu zwanzig
Rennmäusen zusammen halten.
Ein wirkliches Problem stellt die nachträgliche Zusammenführung
eines Einzeltieres mit einem neuen Partner dar. Der Neuling
wird als Eindringling in das Revier heftig bekämpft,
was oft zu seinem Tod führt. Selbst Versuche, durch Ansprühen
mit irgendwelchen Gerüchen oder auch dem Einreiben mit
dem Einstreu des Heims die Duldung des Neulings zu erreichen,
scheitern leider nur zu oft. Aber selbst wenn die Tiere sich
anfangs vertragen, kommt es dann nach einigen Stunden oft
doch zu heftigen Beißereien.
Sie können Ihre Rennmäuse in einem Kleinnagerheim
oder Terrarium unterbringen. Wichtig ist eine möglichst
hohe Schale, damit die Tiere in hohem Streu buddeln können,
ohne dass zuviel davon herausfällt. Die Einrichtung sollte
dreidimensional sein, d.h. viele Versteckmöglichkeiten
am Boden, aber auch die Möglichkeit zum Klettern in verschiedenen
Etagen bieten. Jede Art von Höhle, Röhren und Wurzeln
sind willkommen. Gelegentliches Umgruppieren der Einrichtung
führt sofort zu aufgeregter Bewegung der Tiere und beschäftigt
sie wieder eine ganze Weile. Auch das Einbringen von Strohbüscheln
ist empfehlenswert, da die Tiere dann für einige Zeit
mit Zernagen und Abtransportieren zum Auspolstern der Höhlen
gefordert sind denn nichts ist für diese neugierigen,
aktiven Tiere schlimmer als Langeweile.
Zum Transport nach dem Kauf oder auch zu späteren Gelegenheiten
eignen sich besonders gut transparente Plastik-Transportbehälter
mit ausreichend Luftschlitzen. Bei winterlichen Temperaturen
sollten Sie den Transportbehälter zusätzlich noch
mit einem Handtuch o.ä. isolieren, um das Tier vor Kälte
oder Zugluft zu schützen. 
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